Die Tomatensauce

Beim Thema Pizzasauce scheiden sich endgültig die Geister. Die einen köcheln über Stunden die Tomaten ein, würzen intensiv mit Knoblauch, Zwiebeln, Lorbeerblättern und Oregano Salz und Pfeffer, vielleicht abgerundet mit einem Schuss Rotwein und Balsamico-Essig. Und auf der anderen Seite stehen die Puristen: Schlicht und einfach auf der Suche nach den leckersten Tomaten oder Dosentomaten, die man kriegen kann, daraus eine Sauce machen, indem man das Fruchtfleisch vom wässrigen Saft in einem Sieb trennt, das so gewonnene reine Fruchtfleisch kurz pürriert und fertig. Da ich von der ersten zur zweiten Fraktion gewechselt habe, erspare ich mir an dieser Stelle, ein genaues Rezept der ersten Variante zu geben. Stattdessen will ich einmal die Mühe beschreiben, die man als Tomatengeschmacksdetektiv so auf sich nimmt. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären auf der Suche nach den perfekten Tomaten. Hier bei uns in Deutschland.

Ein Blick in die Supermarktauswahl macht deutlich, dass das rein deutsche Angebot relativ überschaubar bleibt. Manch einer wird an dieser Stelle schon stutzig, und im nicht gerade sonnenverwöhnten Deutschland kaum das Non-Plus-Ultra an Geschmack erwarten. Mit Verlaub, das Vorurteil ist nicht unberechtigt. Offensichtlich essen deutsche Erzeuger die gelungenen Exemplare lieber selbst. Also gehts weiter in die wärmeren Länder. Italien. Spanien. Frankreich. Anscheinend gibt es in Spanien die meisten Tomaten. Aber auch hier habe ich in den seltensten Fällen die perfekte Tomate gefunden. Eine gute Alternative wären die kleinen Kirschtomaten aus dem eigenen Gewächshaus. Die sind wunderbar süß und aromatisch, also quasi schon super zu gebrauchen, aber da ist immer der Sommer. Da fahren wir nämlich in den Urlaub. Und derjenige, der sich zur Haupterntezeit als Urlaubsvertretung der Tomaten annimmt, hat dummerweise die Eigenschaft, diese ebenfalls lecker zu finden, kurzum, die Mengen, die dann noch übrig bleiben, sind einfach zu gering, um damit zu experimentieren.

Was wir stattdessen veranstalten, ist, z.B. während des Urlaub alle Dosentomaten, derer wir habhaft werden können, einzukaufen, und zu vergleichen. Sozusagen eine Blindverkostung mit dem Sortiment des ortsansässigen Supermarktes. Das führt dann dazu, dass man die nicht so guten Dosen zu Spaghettisauce verarbeitet, und leider hat es bislang nur eine einzige Sorte geschafft, zu DER Pizzatomate zu werden. Und diese Sorte ist auch bislang noch nicht vom Thron gestoßen worden. Sie heißt „Caserta – Pulpe de tomates“. Es gab vorletztes Jahr ein Sonderangebot, da haben wir zugeschlagen und 30 Dosen mit nach Hause genommen. Aber was sind schon 30 Dosen? Der Jahresbedarf erwies sich doch als höher. Letztes Jahr waren wir schon besser vorbereitet, und kauften 48 Dosen aus insgesamt drei Geschäften in Frankreich. Das war ein gutes Jahr. Und diesen Urlaub? Keine Ahnung, ob die Tomaten aus dem Programm genommen wurden, oder wir grundsätzlich in den falschen Märkten gesucht haben. Die Ausbeute waren 3 Dosen. In Worten: DREI. Seitdem sind wir wieder auf der Suche nach Alternativen. Sollte jemand von Ihnen diese Dosentomaten mal zufällig sehen, würde ich mich über eine Nachricht freuen.

Caserta Pulpe de tomate

Caserta Pulpe de tomate

Neulich gab es mal die Anforderung, ca. 30 Pizzen zubereiten zu müssen. Da habe ich mich entschlossen, tatsächlich einmal auf Fertigsauce zurückzugreifen. Aber ich muss im nachhinein sagen, dass man aus einer 400 Gramm Dose die Sauce für 6-7 Pizzen fix und fertig hat, aus der 400 Gramm-Dose der Casertas aber lediglich Sauce für 2 bis maximal 3 Pizzen gewinnt, der Rest ist zwar dann wunderbar leckerer Tomatensaft, aber es kam natürlich aufgrund der Mengen nicht infrage. Und die Sauce war nicht so schlecht. Etwas schade, dass sie schon relativ stark gewürzt ist. Aber ich muss sagen, dass es ansonsten eine durchaus aromatische Sauce ist. Sie heißt auch „Aromatizzata“ von der italienischen Firma „Mutti“, und durchaus eine Alternative, wenn es schnell gehen muss, oder man keine Lust zum Experimentieren hat. Ich würde es mal so beschreiben: solide Qualität, bei der man nicht viel verkehrt macht.

Mutti Pizzasauce

Mutti Pizzasauce

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