Der Knetknecht

Da ich des öfteren schon mal für 20 bis 30 Leute Pizza gebacken habe, kam ich eines Tages mit meiner kleinen Küchenmaschine nicht mehr hin. Ab der Mehlmenge von einem Kilo war es einfach kein Spaß mehr, der ächzenden und knarzenden Maschine bei der Schwerstarbeit zuzuschauen, immer mit dem bangen Verdacht, das dass wohl jetzt die letzte Aktion gewesen sein wird. Bei der Recherche zu einem würdevollen Ersatz kamen zunächst gleich mehrere Kandidaten zusammen. Das ging von einer Kitchen-Aid über diverse Kenwood-Modelle bis hin zur „Teddy“ von Alexanderwerk oder der Assistent von Elektrolux. Aber so recht begeisterten mich alle nicht, weil die Rührschüssel für meine Zwecke eben doch noch etwas zu klein waren. Diverse Beiträge einschlägiger Koch- und Back-Foren ließen dann auch schnell den Verdacht aufkommen, dass die genannten Maschinen bei den angepeilten Verarbeitungsmengen dann doch unterdimensioniert sein könnten. Nachdem ich schon mit einem Auge bei den großen Industriemaschinen und Teigknetern angelangt war, spielte ich gedanklich schon einmal die Situation durch, bei der ich meiner Frau die Vorzüge einer großen Maschine erklärte, und ihr gleichzeitig klarmachen musste, dass die Kaffeemaschine ja wohl so häufig nun auch wieder nicht in Gebrauch ist, und auch die ständige Einsatzbereitschaft einer Brotmaschine deutlich überbewertet würde.
Natürlich folgte der Absturz auf Boden der Tatsachen heftig und kurz. Aber so einfach wollte ich mich dann doch nicht geschlagen geben. Es musste doch wohl eine Maschine geben, die nicht so platzhungrig war, andererseits aber semiprofessionellen Ansprüchen an Knetleistung dennoch gerecht werden könnte.

Ich bin dann – mehr oder weniger zufällig – auf die Küchenmaschinen der Firma Krefft gestoßen. Das Konzept ist dabei, eine leistungsstarke Motoreinheit mit den unterschiedlichen Zubehörteilen zu ergänzen. So gibt es verschiedene Fleischwölfe, Gemüseschneider, Saftpressen und eben auch Teigkneter mit den entsprechenden Rührgetrieben als Vorsatz. Die Anbauteile lassen sich sehr einfach anflanschen und können nach getaner Arbeit wieder verschwinden. Der eigentliche Motorblock braucht eine geringere Stellfläche in der Breite, als manche Küchenmaschine, da er mehr in die Höhe geht. Erst mit vorgesetzer Schüssel ist die Maschine dann so richtig wuchtig, alleine der Rührkopf ist massiv und wiegt alleine schon etliche Kilos. Die Schüssel fasst gut 12 Liter, und die knetbare Teigmenge von schweren Teigen für die Zubereitung von Broten oder Pizzen liegt bei angegebenen 3 kg. Diese Menge schafft die Maschine spielend, ohne mit der Wimper zu zucken. Die bisher höchste Teigmenge bei Pizzateig, die ich der Maschine zugemutet hatte, waren 4,5 kg. Bei dieser Menge merkt man dann doch, dass das Limit erreicht ist. Schlimmstenfalls schaltet sich die Überlastsicherung ein, diese kann aber nach entsprechender Abkühlpause unschwer wieder aktiviert werden. Die Maschine kommt eindeutig aus dem Gastronomiebereich, wird seit 30 Jahren in nahezu unverändertem Design angeboten. Lediglich die Wattzahl des Motor wurde mit jedem Modell-Update etwas heraufgesetzt, aber alle Zubehörteile der ersten Generation passen auch noch an den neuesten Motorblock. Das nenne ich mal eine solide und kundenfreundliche Produkt-Kontinuität. Die Krefft-Maschine ist im Haushaltsbereich nicht so sehr bekannt, daher gibt es in der Bucht des öfteren mal gute Angebote. Ich konnte jedenfalls nicht widerstehen, und bin – trotz der zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigen Industrie-Optik – superzufrieden aufgrund der hohen Leistung.

Hier sieht man die Größe im Vergleich zu einer Actifry und meiner Espressomaschine ganz gut. Fügt sich doch harmonisch ins Gesamtbild, oder? 🙂

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Und hier die Maschine mit vorgesetztem Rühwerk und Schüssel.

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